Artikel vom 14.01.2011, Druckdatum 31.01.2023

Conergy Restrukturierungskonzept bringt massive Verluste

Die Hamburger Conergy AG muss zu einer außerordentlichen Hauptversammlung einberufen. Aufgrund des angekündigten Restrukturierungskonzepts und den damit verbundenen Entschuldungsmaßnahmen weist das Unternehmen zum 31.12.2010 einen Verlust von rund 190 Millionen Euro aus. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung soll die Herabsetzung des Grundkapitals der Gesellschaft von nominal rund 400 Millionen auf rund 50 Millionen Euro und eine Kapitalerhöhung in Höhe von bis zu 188 Millionen Euro beschlossen werden.

Der Vorstand der Conergy AG habe im Einklang mit dem Restrukturierungskonzept entschieden, die sich aus diesem ergebende Entschuldung des Unternehmens an einzelne Tochtergesellschaften der Conergy Gruppe weiterzugeben. Im Zuge dessen habe Conergy einzelne in- und ausländische Tochtergesellschaften von einem wesentlichen Teil ihrer Verbindlichkeiten gegenüber der Conergy AG als Konzernmutter befreit, so das Hamburger Unternehmen heute in einer Pressemitteilung.

Diese Entschuldungsmaßnahmen und die damit einhergehende Neubewertung der Töchter führten im HGB-Einzelabschluss der Conergy AG Unternehmensangaben zufolge zum 31.12.2010 zu einem Verlust in Höhe von rund 190 Millionen Euro. Die zusätzliche Ergebnisbelastung habe auf Ebene der Conergy AG einen Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals der Gesellschaft zur Folge. Aus diesem Grund werde der Vorstand gemäß § 92 Abs. 1 Aktiengesetz unverzüglich eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) des IFRS Konzernabschlusses der Conergy AG für 2010 ist Unternehmensangaben zufolge durch diese bilanziellen Restrukturierungsmaßnahmen nicht betroffen.

Auf der einzuberufenden Hauptversammlung, die am 25. Februar 2011 in Hamburg stattfinden wird, beabsichtigt der Vorstand, eine Herabsetzung des Grundkapitals der Gesellschaft von nominal rund 400 Millionen auf rund 50 Millionen Euro vorzuschlagen. Des Weiteren soll die Hauptversammlung über eine Kapitalerhöhung in Höhe von bis zu 188 Millionen Euro beschließen. Auf diesem Weg soll die Conergy AG und damit das ganze Unternehmen deutlich entschuldet werden, heißt es in der Pressemitteilung abschließend.

Bei der Kapitalerhöhung steht den Aktionärinnen und Aktionären der Gesellschaft ein Bezugsrecht zu. Soweit Bezugsrechte ausgeübt werden, wird die Conergy AG mit den Erlösen einen entsprechenden Teil der heute bestehenden Kredite zurückführen. Für den Fall, dass Bezugsrechte nicht ausgeübt werden, hat sich ein Teil der Kreditgeber verpflichtet, seine Kreditforderungen gegenüber Conergy von bis zu nominal 188 Millionen Euro als Sacheinlage einzubringen, die für diesen Zweck mit 60 Prozent ihres Nominalwertes angesetzt werden sollen, um damit im Gegenzug Aktien zu erhalten. In beiden Fällen wird die Verschuldung der Conergy AG zurückgeführt. Dies ermöglicht es, den Kreditrahmen von heute 323 Millionen Euro auf 135 Millionen Euro (ohne Avallinie) anzupassen. Die neuen Kreditlinien werden von einem Teil des heutigen Bankenkonsortiums mit einer Laufzeit von vier Jahren zu marktüblichen Konditionen bereit gestellt, so das Unternehmen.

Quelle: Conergy AG
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