Artikel vom 14.10.2010, Druckdatum 09.08.2022

Gesucht: Kluge Köpfe für große Aufgaben in den Umweltbranchen

Die Umwelttechnologien sind auf Erfolgskurs. Sie wachsen überdurchschnittlich stark und haben sich auch in der Wirtschaftskrise als verlässliche Stütze erwiesen. Doch ein Blick auf den deutschen Arbeitsmarkt zeigt: Es fehlen Ingenieur/innen. Rund 37.000 Stellen sind nach einer aktuellen Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln nicht besetzt. „Dem Fachkräftemangel in diesen Branchen müssen wir dringend entgegen steuern“, fordert Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Noch immer entscheiden sich zu wenig Schulabgängerinnen und Schulabgänger für eine naturwissenschaftlich-technische Laufbahn. Dies stellt nicht zuletzt die Umwelttechnologien vor große Herausforderungen, denn sie sind Wachstumsbranchen und auf qualifizierten Nachwuchs angewiesen. Die naturwissenschaftlich- technische Umweltbildung ist nach Ansicht Brickweddes deswegen ein zunehmend wichtiges Thema in der Förderarbeit der Stiftung.

Nach einer 2009 veröffentlichten Studie der Roland Berger Strategy Consultants, die im Auftrag des Bundesumweltministeriums erstellt wurde, betrug der Umsatz der Umwelttechnologien-Branche 2007 weltweit rund 1,4 Milliarden Euro. Bis 2020 soll er sich mehr als verdoppeln. Deutschland besetzt dabei nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Berlin, derzeit mit durchschnittlich 16 Prozent Weltmarktanteil international eine Spitzenposition.

Auch was die Beschäftigung angeht, ist die Umwelttechnik ein Wachstumsmotor: Während in anderen Branchen die Beschäftigtenzahlen tendenziell rückläufig sind, sollen hier bis 2020 in Deutschland etwa 1,1 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen.

Brickwedde: „Hier bieten sich berufliche Zukunftsperspektiven für engagierte Naturwissenschaftler/innen und Ingenieur/innen wie kaum in einer anderen Disziplin. Es wäre dramatisch, wenn der Aufwärtstrend der Umweltbranchen durch einen Mangel an qualifizierten Nachwuchs gestoppt würde. Um dies zu verhindern, müssen wir junge Menschen vielseitig und vor allem frühzeitig mit Naturwissenschaft und Technik vertraut machen“.

Experimentelles Lernen und projektorientiertes Arbeiten spielten dabei eine entscheidende Rolle. Genauso wichtig sei es, Technikthemen in gesellschaftliche Zusammenhänge und die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen einzubinden. „Dabei bietet der Klima- und Umweltschutz vielfältige Ansatzpunkte, um das Interesse an naturwissenschaftlichen Fragestellungen zu wecken“, so Brickwedde.

Quelle: Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)
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