Artikel vom 21.06.2006, Druckdatum 12.04.2021

Studie: Handwerk profitiert von Solarstromtechnik

Fotovoltaik boomt. Und für immer mehr mittelständische Handwerksbetriebe ist sie ein zunehmend wichtiger Wirtschaftsfaktor. Seit 2004 sind durch das Geschäftsfeld Fotovoltaik über 10.000 Arbeitsplätze in Betrieben aus den Bereichen Elektro, Sanitär Heizung und Klima sowie im Dachdeckerhandwerk entstanden. Im vergangenen Jahr wurde damit ein Umsatz von 3,75 Milliarden Euro erzielt. Das ergab eine neue Studie zum deutschen Fotovoltaikmarkt 2006, die gestern in Köln vorgestellt wurde.

Die Boombranche Fotovoltaik spielt für das deutsche Handwerk eine immer wichtigere Rolle. „Für 2006 ist mit knapp 2.000 weiteren Arbeitsplätzen in bestehenden Betrieben zu rechnen“, so der Vorsitzende des Bundesfachbereichs Elektrotechnik des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), Simon-Boris Estermann gestern anlässlich der Vorstellung der neuen EuPD Research Studie „Der deutsche Fotovoltaikmarkt 2006 – Vom Nachfrageüberhang zum Wettbewerb“.

Doch nicht nur die Auftragslage der Betriebe, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Gewerken wird durch die große Nachfrage nach Solarstromanlagen positiv beeinflusst, ergab die Studie. Rund elf Prozent der Befragten arbeiten beispielsweise in den Bereichen Beratung, Anschluss und Wartung der Solarstromanlagen bereits mit anderen Firmen zusammen. Mehrheitlich (68,8 Prozent) sind die Unternehmen nämlich der Auffassung, dass sich nur so der hohe Qualitätsanspruch des Kunden an Produkt und Dienstleistung befriedigen lässt. Udo Wirges, Leiter der Informationsstelle Energie- und Umwelttechnologien des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK): „Die Betriebe des Sanitär Heizung Klima-Handwerks positionieren sich immer stärker als kompetente Ansprechpartner zu allen Bereichen der Gebäude- und Energietechnik – insbesondere auch zu den wesentlichen Fragen Energieeinsparung und Energieeffizienz.“

Von der Politik fordert die Branche verlässliche Rahmenbedingungen. „Die Solarstrombranche braucht Investitions- und Planungssicherheit, um weiter kontinuierlich wachsen zu können“, so der Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW), Gerhard Stryi-Hipp. Auf dieser Grundlage seien weitere Entwicklungsfortschritte und Kostensenkungen realisierbar. Wichtig sei auch, dass die Industrie Produktivitätsfortschritte in Form von Preissenkungen weitergebe.

Für die Studie hatte EuPD Research insgesamt 1.528 Betriebe zu ihrer Einschätzung der aktuellen und zukünftigen Entwicklung des deutschen Fotovoltaikmarktes befragt. In der Analyse sind 408 Unternehmen berücksichtigt, die im letzten Jahr zusammen rund 100 Megawatt Solarstromleistung in Deutschland installiert haben. Ergänzend wurde eine weitere quantitative Befragung von 42 Unternehmen der Großhandelsebene durchgeführt. Zur Validierung und Interpretation der Ergebnisse wurden nach Angaben von EuPD Research außerdem etwa 20 qualitative Interviews mit Herstellern und Branchenexperten geführt.

Quelle: Europressedienst







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