Artikel vom 19.04.2010, Druckdatum 06.04.2020

Qualität der Photovoltaik-Module gleicht sich weltweit auf hohem Niveau an

Klimawandel in der Solarbranche: Die Qualität der Produkte und der Produktion innerhalb der Branche gleicht sich auf hohem Niveau zunehmend an. Das haben die Fachleute von TÜV Rheinland anhand der Prüfung von Photovoltaik Modulen in den vergangenen zwei Jahren festgestellt. 80 Prozent aller Hersteller von Photovoltaik Modulen lassen ihre Produkte bei TÜV Rheinland insbesondere auf Sicherheit und Qualität prüfen.

Für Verbraucher/innen und Investor/innen bringt das nach Ansicht des TÜV Rheinland mehr Sicherheit. „Wir stellen weltweit einen Klimawandel in der Solarbranche fest. Die Branche konsolidiert sich in hoher Geschwindigkeit, ohne dabei an Innovationstempo zu verlieren“, fasst der Vorstandsvorsitzende von TÜV Rheinland Friedrich Hecker die Ergebnisse der Untersuchung zusammen. Es sei absehbar, dass nur Hersteller dauerhaft am Markt bestehen, die gleich bleibende Qualität auch in der Massenfertigung gewährleisten. 

Das Herkunftsland der Produkte spielt dagegen heute eine immer geringere Rolle. „Was zählt, sind langjährige Erfahrung in der Produktion, eine durchgängige Qualitätssicherung und zudem der Nachweis einer unabhängigen Produktprüfung. Denn die Käufer und Investoren sind mit der Größe der geplanten Projekte auch kritischer geworden“, so Hecker. Das weltweite Expertennetzwerk von TÜV Rheinland mit 180 Fachleuten in derzeit sechs Laboratorien sei dazu geeignet, Produktion und Produktqualität vor Ort auch für international tätige Hersteller zu prüfen. 

80 Prozent aller Hersteller von Solarmodulen lassen ihre Produkte bei TÜV Rheinland insbesondere auf Sicherheit und Qualität prüfen. Weltweit gehören rund 500 Hersteller von Photovoltaik Modulen zu den Kunden des internationalen Prüfdienstleisters, davon aktuell etwa ein Drittel aus China. Von den rund 5.000 Produkten, die von TÜV Rheinland im Hinblick auf die Bauartzulassung geprüft wurden, war in der Vergangenheit jedes Dritte bei der Prüfung fehlerhaft. Bei der Fehlerquote lassen sich keine großen Unterschiede zwischen Herstellern verschiedener Länder feststellen. Fehler treten insbesondere bei den Belastungstests in der Klimakammer (Temperaturschwankungen -40 bis +85 Grad Celsius) und den "Tropentests" mit hoher Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf. Aber auch bereits die Hürde der Eingangsleistungsmessung können zahlreiche Module nicht überspringen. Um das TÜV Rheinland-Siegel zu erhalten, muss dann nachgebessert werden. 

Um umfassenden Service in der weiter wachsenden Branche auch künftig bieten zu können, hat TÜV Rheinland seine Prüfkapazitäten seit 2008 um fünf neue Labore erweitert. 2010 errichtet der Prüfdienstleister in Indien ein weiteres Laborzentrum für die Kontrolle von Solarmodulen. Das neue Labor in Bangalore wird mit einer Fläche von 1.500 Quadratmetern und fünf Klimakammern sowie zwei Sonnensimulatoren zum größten seiner Art in Indien. Die Eröffnung ist für Juli 2010 geplant. Damit ist TÜV Rheinland in nahezu allen wichtigen produzierenden Ländern mit eigenen Prüflaboren präsent: China, Deutschland, Japan, Taiwan, USA und Indien. 

TÜV Rheinland investiert nicht nur in Prüfkapazitäten, sondern entwickelt zudem das Dienstleistungsspektrum kontinuierlich weiter - vor dem Hintergrund der technologischen und der Marktentwicklung. Beispiele hierfür sind die Ammoniakbeständigkeit von Photovoltaik Modulen, unabhängige Leistungsmessungen sowie die Absicherung der Rendite bei Investitionen in größere Anlagen. „Investoren selbst, aber auch Banken und Versicherungen streben hier nach eindeutigen und nachvollziehbaren Faktoren, die ihre Geldanlage verlässlich machen und etwaige Risiken minimieren helfen“, so Wilhelm Vaaßen, Leiter des Solarprüfzentrums von TÜV Rheinland in Köln. Künftig werde dieses Thema in der Branche und für TÜV Rheinland als Prüfdienstleister weiter an Bedeutung gewinnen. 

Eine Übersicht der von TÜV Rheinland geprüften und zertifizierten Photovoltaik Module finden Interessenten unter www.tuv-pv-cert.de im Internet. 

Quelle: TÜV Rheinland
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