Artikel vom 27.04.2009, Druckdatum 02.07.2020

Conergy greift MEMC-Liefervertrag gerichtlich an

Die Conergy AG will eigenen Angaben zufolge den Ende 2007 für zehn Jahre mit der US amerikanischen MEMC Inc. geschlossenen Vertrag über die Lieferung von Solarwafern für ihr Werk in Frankfurt (Oder) gerichtlich angreifen. Grundlage hierfür seien eine Reihe unwirksamer, insbesondere wettbewerbswidriger Klauseln, die nach Ansicht von Conergy die Unwirksamkeit des gesamten Vertrags zur Folge haben.

Um zu einer außergerichtlichen Lösung zu kommen, hatte Conergy bereits Anfang 2009 Gespräche mit MEMC Electronic Materials, Inc. aufgenommen, teilt das Hamburger Unternehmen in einer Pressemeldung mit. Den auch den Konzernabschluss 2008 deutlich belastenden Liefervertrag mit der US-amerikanischen MEMC nennt der heutige Conergy-Aufsichtsrat „überdimensioniert“.

Diese Verhandlungen hätten zu einer Einigung über die wirtschaftlichen Bedingungen der zukünftigen Zusammenarbeit geführt, seien jedoch hinsichtlich verschiedener Nebenbedingungen steckengeblieben. Nachdem hier keine Lösung gefunden werden konnte, will Conergy heute in New York City Klage auf Feststellung der Unwirksamkeit einreichen. 

Bereits mit der Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2008 am 20. April 2009 hatte das Unternehmen angekündigt, notfalls gerichtlich gegen den Waferliefervertrag mit MEMC vorzugehen, sollten die aufgenommenen Neuverhandlungen scheitern. Es bestünden laut Conergy außerdem „rechtliche Zweifel an der Durchsetzbarkeit bestimmter Vertragsbestimmungen und der Gültigkeit des Vertrages insgesamt“. Die Aufhebung des Vertrags mit MEMC wäre zwar mit hohen einmaligen Kosten verbunden, würde aber neue Optionen für die Zukunft eröffnen, teilt das Unternehmen mit.

Der Aufsichtsrat der Conergy AG hat eigenen Angaben zufolge in diesem Zusammenhang verschiedene Pflichtverletzungen des Altvorstands festgestellt und in seiner Sitzung am 20. April 2009 beschlossen, gegen die ehemaligen Vorstände des Unternehmens Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Man leite diese Maßnahmen im Interesse des Unternehmens und seiner Aktionär/innen ein, weil unternehmerische Fehlentscheidungen und Pflichtverletzungen die Conergy Gruppe in eine Existenz gefährdende Situation manövriert hätten, so Conergy.

Die derzeitige Marktlage ermögliche Conergy, die Versorgung des Werks in Frankfurt (Oder) mit Silizium trotzdem sicher zu stellen, heißt es in der Pressemeldung weiter. Die „geplante Auslastung der Fabrik zur Unterstützung des Vertriebs mit Premium-Modulen (Conergy Power Plus)“ sei deshalb weiter gewährleistet.

Quelle: Conergy AG
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