Artikel vom 22.04.2009, Druckdatum 28.11.2020

Conergy Aufsichtsrat leitet rechtliche Schritte gegen ehemalige Vorstände ein

Der Aufsichtsrat der Conergy AG will gegen die ehemaligen Vorstände des Unternehmens Schadensersatzansprüche geltend machen. Das teilt das Hamburger Unternehmen in einer Pressemeldung mit. Die Conergy AG war Ende 2007 in eine akute Finanzkrise geraten und hat in den letzten fünf Quartalen bis Ende 2008 einen addierten Nettoverlust von über 500 Millionen Euro erlitten; „im Wesentlichen aus der Aufarbeitung historischer Fehlentscheidungen“, so Conergy. So nennt das Unternehmen beispielsweise den den Konzernabschluss 2008 deutlich belastenden Liefervertrag mit der US-amerikanischen MEMC „überdimensioniert“.

Auf Basis einer vom Aufsichtsrat der Conergy AG in Auftrag gegebenen Untersuchung hat der Aufsichtsrat der Conergy AG verschiedene Pflichtverletzungen des Altvorstands festgestellt und in seiner Sitzung am 20. April 2009 beschlossen, gegen die ehemaligen Vorstände des Unternehmens Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Gleichzeitig werde der Aufsichtsrat der im Juni 2009 stattfindenden Hauptversammlung der Gesellschaft vorschlagen, dem für das Geschäftsjahr 2007 verantwortlichen Vorstand unter Vorsitz von Hans-Martin Rüter die Entlastung zu verweigern, heißt es in der Pressemeldung weiter.

Der Aufsichtsrat leite diese Maßnahmen im Interesse des Unternehmens und seiner Aktionär/innen ein, weil unternehmerische Fehlentscheidungen und Pflichtverletzungen die Conergy Gruppe in eine Existenz gefährdende Situation manövriert hätten, so Conergy. Der Aufsichtsrat werde mit den betroffenen Personen des Altvorstands umgehend Vergleichsgespräche aufnehmen. Sollten diese scheitern, will der Aufsichtsrat entsprechende Schadensersatzklagen erheben.

Die Conergy AG war Ende des Geschäftsjahrs 2007 in eine akute Finanzkrise geraten und hat in den letzten fünf Quartalen bis Ende 2008 einen addierten Nettoverlust von über 500 Millionen Euro erlitten; „im Wesentlichen aus der Aufarbeitung historischer Fehlentscheidungen“, so das Unternehmen. So seien Bilanzierungsfehler bereinigt und eine Vielzahl von gerade erst erworbenen oder gegründeten, verlustreichen Gesellschaften außerhalb des Kernbereichs mit zum Teil hohen Verlusten veräußert oder geschlossen worden. Dies betraf nach Unternehmensangaben insbesondere die Produktionsaktivitäten im Bereich Wind. Darüber hinaus wurden auch etwa 1.000 Stellen abgebaut. 

Viele der „historischen Fehlentscheidungen“ belasteten die Gesellschaft noch heute: so etwa der in Preis und Volumen vom Altvorstand „völlig überdimensioniert abgeschlossene Liefervertrag mit der US-amerikanischen MEMC“, dessen Auflösung der Solarkonzern jetzt anstrebt und bilanziell 2008 berücksichtigt hat. Seit Januar 2008 habe man das Unternehmen massiv umorganisiert und neu ausgerichtet, um wieder in die Gewinnzone zu kommen, heißt es in der Pressemeldung abschließend. 

Quelle: Conergy AG
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