Artikel vom 19.03.2009, Druckdatum 08.07.2020

Q-Cells SE rechnet für 2009 mit deutlichem Schuldenanstieg

Die Q-Cells SE (Bitterfeld-Wolfen/Sachsen-Anhalt) hat heute den Geschäftsbericht für das Jahr 2008 vorgelegt und damit die vorläufigen Geschäftszahlen vom Februar bestätigt. Der Umsatz erhöhte sich demnach um 46 Prozent auf 1.251,3 Millionen Euro (Vorjahr: 858,9 Millionen Euro). Mit einem Produktionsvolumen im Kerngeschäft von 570,4 MWp im vergangenen Jahr sieht sich die Q-Cells SE als weltweit größten Solarzellen Hersteller. Für 2009 rechnet das Photovoltaik Unternehmen aufgrund der Wirtschaftskrise mit einem deutlichen Anstieg seiner Schulden.

Das operative Ergebnis (EBIT) ist laut Q-Cells SE im vergangenen Geschäftsjahr durch die Anlaufkosten der neuen Technologien sowie des neuen Produktionsstandortes in Malaysia deutlich stärker belastet worden; es wuchs um 4 Prozent auf 205,1 Millionen Euro (2007: 197,0 Millionen Euro).

Der Jahresüberschuss belief sich insgesamt auf 190,6 Millionen Euro und konnte damit um rund 28 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 148,3 Millionen Euro gesteigert werden, gab das Unternehmen bekannt. Ohne den Ergebnisbeitrag aus der Beteiligung an der Renewable Energy Corporation ASA (REC) beliefe sich das Jahresergebnis auf 140,3 Millionen Euro (127,2 Millionen Euro).

Die Nettoverschuldung soll von 489 Millionen Euro Ende 2008 auf 850 bis 900 Millionen Euro wachsen, zitiert das Handelsblatt Angaben des Unternehmens im Rahmen der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt/Main. Sollte der Umsatz das obere Ende der Prognose von 1,7 bis 2,1 Milliarden Euro erreichen, erwarte die Gesellschaft sogar einen Schuldenstand von einer Milliarde Euro zum Jahresende, so das Handelsblatt.

Neben der Inbetriebnahme des letzten Teilabschnittes der Linie V im ersten Halbjahr konnte am Standort Bitterfeld-Wolfen im vierten Quartal des vergangenen Jahres bereits die sechste Produktionslinie in Betrieb genommen werden, so dass sich die gesamte Zellkapazität auf rund 760 MWp erhöhte, teilt die Q-Cells weiter mit. In der neuen Fabrik in Malaysia, mit deren Bau im zweiten Quartal 2008 begonnen wurde, soll im zweiten Quartal des laufenden Jahres die Herstellung der ersten Solarzellen anlaufen.

Neben dem Ausbau im Kerngeschäft haben nach Unternehmensangaben zwei der Dünnschicht-Töchter bzw. -Beteiligungen im vergangenen Jahr erfolgreich die Massenproduktion aufgenommen. Sowohl die Sontor GmbH als auch die Solibro GmbH (beide Bitterfeld-Wolfen) haben im vierten Quartal 2008 ihren Ramp-up erfolgreich fortgesetzt. Ebenfalls im vierten Quartal hat Solibro mit dem Ausbau der Kapazitäten auf insgesamt 135 MWp begonnen (derzeit etwa 30 MWp).

Konzernweit konnte die Q-Cells mit ihrem Ausbau eigenen Angaben zufolge insgesamt 861 neue Arbeitsplätze schaffen. Insgesamt beschäftigte das Unternehmen zum Ende des letzten Jahres damit 2.568 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Laut Handelsblatt rechnet das Unternehmen nach dem Einbruch im vierten Quartal 2008 und im ersten Quartal 2009 für das zweite Halbjahr 2009 wieder mit einer hohen Rentabilität. Konkrete Angaben zur Gewinnerwartung machte Q-Cells nicht. Trotz des deutlich gestiegenen Gewinns soll auch im Geschäftsjahr 2008 für Stammaktien keine Dividende ausgeschüttet werden.

Der Geschäftsbericht 2008 sowie eine aktuelle Unternehmenspräsentation stehen im Investor Relations-Bereich des Internetauftritts der Q-Cells SE zum Download zur Verfügung. 

Quelle: Q-Cells SE, Handelsblatt

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