Artikel vom 18.01.2009, Druckdatum 23.09.2020

Ökologie als Jobmotor

Bundesumweltministerium (BMU) und Umweltbundesamt (UBM) haben am 16. Januar 2009 den ersten Umweltwirtschaftsbericht veröffentlicht. Die gemeinsame Publikation zeige die enge Verknüpfung zwischen Ökologie und Ökonomie und die neue Rolle der Umweltpolitik, heißt es in einer Pressemitteilung des BMU. „Die Ergebnisse zeigen ganz klar: Umweltschutz schafft Arbeitsplätze. Bereits heute sind mehr als 1,8 Millionen Beschäftigte in Deutschland im Bereich grüner Güter und Dienstleistungen tätig, Tendenz steigend“, kommentiert Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, den Umweltwirtschaftsbericht.

Umweltschutz wird als Wirtschaftsfaktor immer wichtiger. Mehr als 5 Prozent der Industriegüter-Produktion in Deutschland entfielen 2007 auf Umweltschutzgüter. Deutschland ist beim Handel mit Umweltschutzgütern Weltspitze. Das schlägt sich auch auf dem Arbeitsmarkt nieder: Die Umweltjobs boomen: Fast 1,8 Millionen Menschen finden in Deutschland hier Brot und Arbeit, mit weiter steigender Tendenz.

Der Bericht belegt, dass sich Umweltschutz auszahlt – gerade auch angesichts langfristig steigender Energie- und Rohstoffpreise sowie der großen Bedeutung der Energie- und Materialkosten im verarbeitenden Gewerbe. Umweltschutzanforderungen machen Unternehmen innovativer und damit fit für die Zukunft. 

Und Umweltschutz ist volkswirtschaftlich eine lohnende Investition. Denn er verringert Umweltschäden, deren Kosten die Gesellschaft ansonsten zu tragen hätte. So erreichen beispielsweise die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz vermiedenen Umweltschäden bereits heute die gleiche Größenordnung wie die zusätzlichen Kosten für die Volkswirtschaft. In rund zehn Jahren wird der Nutzen doppelt so groß sein wie die Zusatzkosten. 

„Der Umweltwirtschaftsbericht hilft, die Diskussionen um das Verhältnis von Umwelt und Wirtschaft zu versachlichen. Angesichts der doppelten Herausforderung durch Wirtschafts- und Klimakrise brauchen wir gerade jetzt solide und klare Entscheidungsgrundlagen für eine ökologische Industriepolitik“, so Bundesumweltminister Sigmar Gabriel.

In den Märkten der Zukunft eröffnen sich nach Ansicht des BMU für innovative Unternehmen gewaltige Chancen. Damit deutsche Unternehmen weltweit und dauerhaft erfolgreich sein können, müssen sie in ihren Unternehmensstrategien berücksichtigen, dass die Ökologie zur Ökonomie des 21. Jahrhunderts wird. Umweltpolitik sei heute auch Innovationspolitik, Investitionspolitik, Beschäftigungspolitik und vorausschauende Standortpolitik. 

„Umwelt und Wirtschaft sind kein Gegensatz – wer auf Dauer wirtschaftlich erfolgreich sein will, muss sich frühzeitig auf neue Herausforderungen wie den Klimaschutz und knapper werdende natürliche Ressourcen einstellen. Die Umweltpolitik muss diesen Prozess beschleunigen, indem sie Umweltinnovationen fördert und Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten umweltfreundlicher Produkte und Techniken beseitigt“, so der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge. 

„Die Ergebnisse des Berichts machen auch deutlich, dass mit einer Strategie der ökologischen Modernisierung nicht nur nachhaltig gehandelt wird, sondern auch schöne schwarze Zahlen geschrieben werden können. Die Mär eines Gegensatzes von Ökologie und Ökonomie wird eindrucksvoll widerlegt“, betont Cem Özdemir von Bündnis 90/Die Grünen. 

Quelle: Bundesumweltministerium (BMU), BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bundesvorstand
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