Artikel vom 20.04.2006, Druckdatum 20.01.2022

Gasprom droht Europa

Was schon länger als drohendes Szenario über der Energie-Frage schwebt, gewinnt an Realität. Unsere Abhängigkeit von ausländischen Energielieferanten macht uns erpressbar. Der russische Gasexportkonzern Gasprom hat Europa gedroht, seine Gaslieferungen in die EU zu reduzieren und die in andere Regionen zu erhöhen, sollte dem Konzern der direkte Zugang zum europäischen Markt verwehrt werden. Dies berichtet die Financial Times Deutschland in einem Online-Bericht.

Gasprom deckt dem Onlinebericht zufolge rund ein Viertel des Erdgasbedarfs in Westeuropa, in Deutschland gut 35 Prozent. Die Financial Times Deutschland zitiert den Gasprom-Vorstandschef Alexei Miller, dass sich das Unternehmen aktiv mit den neuen Märkten wie China und Nordamerika vertraut mache. Insider in Brüssel meinten dem Bericht zufolge allerdings, es sei unwahrscheinlich, dass Gasprom die Gaslieferungen nach Europa kürze, da die EU der größte Kunde des Konzerns sei. Die Aussagen seien deswegen stärker in den Zusammenhang mit den Gesprächen um eine Energiekooperation gebracht worden. Gasprom reagiere somit auf die Erklärung seitens der britischen Regierung, die Übernahme des britischen Gasversorgers Centrica durch Gasprom verhindern zu wollen, heißt es in dem Onlinebericht.

Quelle: IWR Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien
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