Artikel vom 05.12.2008, Druckdatum 28.06.2022

Conergy hat Kapitalerhöhung abgeschlossen

Die Hamburger Conergy AG hat ihre Kapitalerhöhung abgeschlossen. Dem Unternehmen fließt damit eigenen Angaben zufolge ein Bruttoemissionserlös von 399,3 Millionen Euro zu. Damit erhalte Conergy ein Jahr nach Beginn seiner Neuausrichtung eine Kapitalstruktur, die eine solide Grundlage für die weitere Entwicklung der Conergy Gruppe darstelle, heißt es in einer Pressemitteilung. Rund 155 Millionen (rund 43 Prozent) der insgesamt 363 Millionen neuen Aktien hat die Dresdner Bank übernommen, die sie nun ohne Zeitlimit weiter veräußern möchte.

„Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist selbst in diesen turbulenten Zeiten eine Kapitalerhöhung in dieser Höhe durchzuführen. Sie schafft uns eine robuste Finanzstruktur für das geplante Wachstum und bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt Dieter Ammer, Vorsitzender des Vorstandes der Conergy AG. „Jetzt können wir uns wieder verstärkt auf unser Kerngeschäft – den Vertrieb von state-of-the-art Solar-Lösungen – konzentrieren.“

Insgesamt seien 363 Millionen neue Aktien zu einem Bezugspreis von 1,10 Euro ausgegeben worden, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Das neue Grundkapital beträgt nach Angaben der Conergy 398.088.928 Euro. Die Bezugsfrist begann am 18. November und endete am 2. Dezember 2008. Die Bezugsquote in der Transaktion lag Unternehmensangaben zufolge bei zirka 49,5 Prozent entsprechend zirka 179,6 Millionen neuen Aktien.

Von den verbleibenden, nicht bezogenen Aktien und den Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen worden war, habe die Dresdner Bank zirka 155 Millionen neue Aktien übernommen, meldet Conergy. Die Dresdner Bank beabsichtige, die Aktien weiter zu veräußern; allerdings ohne verbindlichen Zeitrahmen, gegebenenfalls im Rahmen einer M&A-Transaktion. Die restlichen, nicht bezogenen Aktien wurden von anderen Investoren insbesondere von Leemaster und Athos zum Bezugspreis übernommen. 

Die Conergy wolle mit dem Emissionserlös Finanzverbindlichkeiten zurückführen, darunter eine Brückenfinanzierung aus dem Frühjahr 2008, die Restrukturierung weiter vorantreiben und das zukünftige Wachstum unterstützen, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Vorstandschef Ammer: „Das neue Eigenkapital wird unsere Finanzierungskosten erheblich reduzieren und gibt uns eine robuste Kapitalstruktur für unsere weitere Entwicklung.“

Seit gut einem Jahr bemüht sich Ammer um die Sanierung der angeschlagenen Conergy AG. Im Oktober 2007 hatte der damalige Vorstand erstmals Probleme eingeräumt. Seither wurden in mehreren Schritten Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt. Beispielsweise hat sich die Unternehmensgruppe von nicht-strategischen Aktivitäten getrennt und den Rückzug aus für Conergy nicht profitablen Ländern eingeleitet. In Zukunft wolle man sich auf wenige profitable Kern- und Zukunftsmärkte konzentrieren, so das Unternehmen. 

Im 3. Quartal 2008 hat die Conergy AG ihren Umsatz eigenen Angaben zufolge gegenüber dem Vorjahr um 27 Prozent auf 235 Millionen Euro gesteigert. Das operative Ergebnis (EBIT) lag bei -15 Millionen Euro (Vorjahr: -27 Millionen Euro). Nach Steuern und Zinsen, die laut Conergy aufgrund des hohen Fremdkapitalanteils eine starke Belastung darstellen, resultierte daraus ein Ergebnis für das fortzuführende Geschäft von -40 Millionen Euro im 3. Quartal 2008 (Vorjahr: -19 Millionen Euro) und von -98 Millionen Euro für die ersten neun Monate 2008 (Vorjahr: -51 Millionen Euro). Unter Einbeziehung der aufgegebenen Geschäftsbereiche betrug das Ergebnis nach Steuern für das 3. Quartal 2008 -78 Millionen Euro (Vorjahr: -20 Millionen Euro) und für die Neunmonats-Periode -144 Millionen Euro (Vorjahr: -53 Millionen Euro), so das Unternehmen.

Quelle: Conergy AG
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