Artikel vom 12.09.2008, Druckdatum 09.08.2022

Österreichischen Technologieplattform für Fotovoltaik gegründet

Die Österreichische Technologieplattform für Fotovoltaik ist als innovationsförderndes Forschungsumfeld für Industrie und Wissenschaft zur Stärkung der heimischen Fotovoltaik Wirtschaft konzipiert. Das österreichische Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) und das Österreichische Forschungs- und Prüfzentrum arsenal research haben jetzt diese Fotovoltaik Technologieplattform im Rahmen der 6. Österreichischen Fachtagung vom 10. bis 11. September 2008 in Wien gegründet.

„Mit Hilfe dieser Plattform soll ein Netzwerk geschaffen werden, das durch intensive Zusammenarbeit von Wirtschaft und Forschung notwendige Impulse bringt. Dabei werden Forschungsbereiche definiert, die die heimische Fotovoltaik Industrie heute und in Zukunft effizient unterstützen. Ebenso wichtige Themen sind Änderungen der energiepolitischen Rahmenbedingungen und der Ausbau von Forschungskapazitäten. Durch dieses Netzwerk kann die heimische Industrie die Chance, die in der solaren Zukunftstechnologie liegt, ergreifen“, betont Hubert Fechner, Geschäftsfeldleitung Erneuerbare Energietechnologien, arsenal research.

Gründungsmitglieder der Fotovoltaik Technologieplattform sind: arsenal research, Blue Chip Energy, Bramac, energetica, ertex solar, Fronius, Isovolta, Kioto Clear Energy, Plansee, Solon Hilber und Ulbrich of Austria. „Eine Kooperation zwischen Wissenschaft und Industrie muss eine langfristig orientierte Strategie mit Kontinuität und ausreichenden finanziellen Mitteln sein. Nur so lassen sich Kompetenzen aufbauen, die Innovationen im PV-Bereich ermöglichen“, sagt der Schweizer Stefan Nowak, Mitglied des Steering Komitees der Europäischen Fotovoltaik Technologieplattform und Vorsitzender des Fotovoltaik Programms bei der internationalen Energieagentur.

Die Fotovoltaik hat sich vom Nischenmarkt zu einem zukunftsträchtigen Weltmarkt entwickelt. Heute beläuft sich der Fotovoltaik Weltmarkt auf etwa 14 Milliarden Euro, bei einem jährlichen Wachstum von zirka 40 Prozent. Ein Grund dafür sind die unerschöpfliche Verfügbarkeit des Rohstoffs, die gesellschaftliche Verträglichkeit, die kontinuierliche Wirkungsgradsteigerung und das Kostensenkungspotential. „Die Fotovoltaik Technologieplattform ist die wichtigste Voraussetzung um Österreich den Anschluss an der internationalen Entwicklung zu sichern“, so Hans Kronberger, Präsident Photovoltaic Austria. 

Die österreichische Wirtschaft verfügt über das nötige Potenzial im globalen Wachstumsmarkt eine bedeutende Produktionskapazität aufzubauen und ein wichtiges Exportland zu werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Obwohl bisher der Inlandsmarkt ungünstige Bedingungen vorgefunden habe, habe sich eine kleine Industrielandschaft mit derzeit etwa 1.500 Arbeitsplätzen herausgebildet. Einige heimische Unternehmen hätten sich bereits international erfolgreich platziert: „Dazu gehören Isovolta (Weltmarktführer Isolierfolien), Fronius (Wechselrichter), Solon Hilber (nachgeführte PV-Tracker) sowie Blue Chip als Modulhersteller. Allein die Firmen Isovolta und Fronius sichern mittlerweile jeweils über 500 Arbeitsplätze in dieser Sparte. Neue Spieler kommen dazu, hier sind der börsenorientierte Konzern AT&S sowie Plansee zu nennen“, erklärt Christoph Panhuber, Leiter der Sparte Solarelektronik Fronius International. Weitere Firmen bereiteten sich auf einen Einstieg in die Solartechnik vor.

In den vergangenen Jahren rief die Europäische Kommission viele Technologieplattformen für verschiedene Bereiche ins Leben. Einerseits sollen sie die Stimme der Wirtschaft sein, die eine Weiterentwicklung voran treibt, andererseits die EU-Kommission bei ihren strategischen Entscheidungen unterstützen. Auf nationaler Ebene soll dieser Prozess nun intensiviert werden.

Die österreichische Fotovoltaik Wirtschaft ist derzeit vorrangig an zwei Technologie-Nischen interessiert: Integration von Fotovoltaik im Gebäude und das Verhalten fotovoltaischer Systeme im Stromnetz, insbesondere in Szenarien einer zukünftigen starken Verbreitung. Im zweiten Bereich hat Österreich schon ein international beachtetes Know-how auf industrieller und wissenschaftlicher Seite aufbauen können. Auch in der Frage der gestalterischen Gebäudeintegration von Fotovoltaik könne Österreich seine Architekturtradition mit moderner Technologie verbinden, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Weitere Technologiefelder eröffnen sich im Bereich der Solarzellen Hersteller, wo die ersten Betriebe Österreichs bereits mit ihrer Produktion begonnen haben.

Quelle: ENERGISCH GmbH
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