Artikel vom 30.03.2006, Druckdatum 06.12.2022

Sind Fotovoltaikanlagen rentabel?

Wer sich für eine Fotovoltaikanlage entscheidet, möchte natürlich wissen, ob sich diese Investition rechnet. Der Bund der Energieverbraucher legte dazu gestern neue Zahlen vor. Ob eine Fotovoltaikanlage ein Gewinn ist, ist aber nicht nur eine Frage des Geldes.

Wer dieses Jahr eine neue Fotovoltaikanlage baut, bekommt 20 Jahre lang eine garantierte Vergütung von 51,8 Cent je Kilowattstunde (Aufdachanlage). Vergangenes Jahr betrug dieser Wert noch 54,53 Cent. In den kommenden Jahren sinkt dieser Wert jährlich um fünf Prozent. Deshalb sollte sich jeder, der sich für eine Solaranlage interessiert, beraten lassen. 

Neben der Vergütung sind für die Frage der Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage auch Ertrag und Anschaffungskosten zu beachten. Eine typische Anlage mit drei bis fünf Kilowatt Leistung kostete 2005 laut der Zeitschrift Photon meist über 5 000 Euro je Kilowatt. Finanziert man eine solche Anlage über einen Bankkredit (7,4 Prozent Effektivzins) mit einem Eigenkapitalanteil von 40 Prozent, dann muss eine Anlage  1100 Kilowattstunden je Kilowatt jährlich bringen, damit sie bei einem Preis von 5 000 Euro je Kilowatt Leistung wirtschaftlich arbeitet, rechnet der Bund der Energieverbraucher vor. 

Finanziert man die Anlage komplett durch ein KfW-Darlehen „Solarstrom erzeugen“ zu 3,8 Prozent Effektivzins, dann beginnt die Wirtschaftlichkeit schon bei 830 Kilowattstunden je Kilowatt Leistung. Dieser Wert lässt sich an mittleren Standorten gut erreichen. Kostet die Anlage aber statt 5 000 Euro etwa 6 000 Euro, dann beginnt die Wirtschaftlichkeit erst bei einem Jahresertrag von 1 000 Kilowattstunden je Kilowatt. 

„Gewinn wirft eine Anlage nur ab, wenn sie sehr preiswert gebaut wird, sehr günstig finanziert ist, gute Erträge bringt und der Standort nicht allzu schlecht ist“, so der Bund der Energieverbraucher. 

Wer eine Fotovoltaikanlage baut oder sich am Bau beteiligt, sollte also genau rechnen. Und sich vielleicht fragen, was über die reine Wirtschaftlichkeit hinaus gute Gründe sind, sich für Sonnenstrom zu entscheiden. 

Solarenergie ist eine saubere Energie, macht unabhängig von Energieimporten und steigenden Energiepreisen. Wer sich für Solartechnik entscheidet, sorgt dafür, dass rund 70 Prozent der Wertschöpfung in Deutschland bleiben und in Deutschland zukunftsorientierte Arbeitsplätze entstehen. Letztlich tragen viele Fotovoltaikanlagenbetreiber auch zur Weiterentwicklung der Technologie und damit vielleicht zur globalen Konfliktvermeidung und Armutsbekämpfung in Zukunft bei. Gewinn ist eben mehr als nur eine finanzielle Frage.

Quelle: Bund der Energieverbraucher, Bundesverband Solarwirtschaft 

Autorin: Petra Forberger für www.solarportal24.de

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