Artikel vom 28.03.2008, Druckdatum 19.09.2021

ZSW: Dr. Michael Powalla leitet ab April Geschäftsbereich Fotovoltaik

Dr.-Ing. Michael Powalla wird neuer Leiter des Geschäftsbereichs „Fotovoltaik“ und Mitglied im Vorstand am Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Der 45jährige Physiker und Dünnschicht-Experte tritt sein Amt am 1. April an. Powalla war u.a. an der Entwicklung der CIS-Dünnschicht-Technologie und deren Umsetzung in der Serienproduktion durch die CISfab des Herstellers Würth Solar maßgeblich beteiligt.

Die Fotovoltaik Industrie verzeichnet seit Jahren ein rasantes Wachstum. Letztes Jahr wurde zwischen Freiburg und Flensburg 1,1 Gigawatt Solarstromleistung neu aufgestellt. Das sind 4,7 Milliarden Euro Umsatz. „Trotz der gewaltigen Markterfolge sehe ich bei der Technik noch ein erhebliches Optimierungspotenzial durch die Grundlagen- und angewandte Forschung“, so Powalla. Ein Beispiel seien Solarzellen mit gesteigertem Wirkungsgrad und geringeren Produktionskosten. Auch neue Halbleitermaterialien sollen weitere Erfolge bringen.

Dass Solarzellen Strom in großem Maßstab liefern können, ohne auf den seit 2003 um 800 Prozent verteuerten Halbleiter Silizium zurückgreifen zu müssen, haben Powalla und seine Kollegen jüngst gezeigt: Dem Industriepartner Würth Solar gelang 2006 unter maßgeblicher Beteiligung der ZSW-Forschung der Einstieg in die weltweit erste industrielle Großproduktion von CIS-Dünnschicht-Solarmodulen.

Seit 2000 ist Michael Powalla stellvertretender Leiter des ZSW-Geschäftsbereichs Fotovoltaik Der 1998 promovierte Physiker ist auch an der „Elite-Universität“ Karlsruhe tätig – in zweifacher Mission: Das ZSW kooperiert mit der preisgekrönten „Karlsruhe School of Optics & Photonics” (KSOP), Powalla gibt zudem eine Vorlesung zu Fotovoltaik an der Fakultät Maschinenbau.

Das ZSW mit den beiden Standorten in Stuttgart und Ulm gehört zu den renommiertesten deutschen Forschungsinstituten auf den Gebieten Energiesystemanalyse, Fotovoltaik Energieeffizienz, regenerative Kraftstoffe, Batterietechnik und Brennstoffzellen. Es erwirtschaftete 2007 mit rund 140 Beschäftigten einen Umsatz von 18 Millionen Euro.

Am Institutsstandort Stuttgart steht die Fotovoltaik im Mittelpunkt des Forschungs-Interesses. Mit der Entwicklung der CIS-Dünnschicht-Technologie und deren Umsetzung in der Serienproduktion durch die CISfab des Herstellers Würth Solar in Schwäbisch Hall ist den Forscherinnen und Forschern des ZSW 2006 ein besonderer Durchbruch gelungen. CIS-Dünnschicht-Solarmodule produzieren Strom ohne das knappe Silizium. Wegen ihres geringen Materialverbrauchs versprechen sich die Hersteller von der CIS-Technologie eine starke Reduktion der Herstellungskosten.

Der Geschäftsbereich Fotovoltaik umfasst nach Angaben des ZSW alle Facetten der 2007 deutschlandweit um 30 Prozent gewachsenen Zukunftstechnologie: Materialforschung, Modulproduktion und Anwendungstechnik. Michael Powalla wird Nachfolger von Dr. Hansjörg Gabler. Die Berufung erfolgte durch das Stiftungskuratorium des Forschungsinstituts.

Quelle: Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW)
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