Artikel vom 28.02.2008, Druckdatum 29.11.2022

ZSW verabschiedet Pionier der Solarforschung

Dr. Hansjörg Gabler, Vorstand am Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), geht zum 31. März in den Ruhestand. Der 59jährige war über 25 Jahre in der Solarforschung tätig und stand seit 1999 an der Spitze des ZSW-Geschäftsbereichs „Fotovoltaik“ mit den Standorten Stuttgart und Merklingen/Widderstall. In seine Amtszeit fällt der Erfolg in der Dünnschicht-Technik: 2006 gelang dem Forschungsinstitut mit dem Industriepartner Würth Solar die erste industrielle Großproduktion von CIS-Dünnschicht Solarmodulen.

Hansjörg Gabler studierte von 1967 bis 1974 Physik in Tübingen und Berlin. Nach ersten Berufsjahren in der Kraftwerksindustrie wechselte er 1980 in den damals neuen Arbeitsschwerpunkt ‚Physik Regenerativer Energien’ der Universität Oldenburg. Er leitete u.a. die Errichtung des ersten deutschen Universitätsgebäudes mit netzfreier Strom und Wärmeversorgung aus erneuerbaren Quellen. 

Und er fand ein Thema, dem er bis heute treu blieb: Die Nutzung der Fotovoltaik zur netzfernen ländlichen Elektrifizierung. Ab 1993 führte Gabler am Fraunhofer ISE sechs Jahre die Abteilung „Fotovoltaische Systeme und Messtechnik“, 1999 wechselte er zum ZSW.

Prof. Dr. Frithjof Staiß, geschäftsführender Vorstand, würdigte die Leistungen seines scheidenden Vorstandskollegen: „Mit Hansjörg Gabler geht ein Solarforscher in den Ruhestand, der bereits in den Pionierjahren Grundlagenforschung und industrienahe Entwicklung vorangetrieben hat. Der heutige Spitzenplatz der deutschen Solarindustrie, gerade bei der Dünnschichttechnik, ist auch seinem Wirken zuzuschreiben.“ Der Nachfolger von Hansjörg Gabler wird Dr.-Ing. Michael Powalla.

Deutsche Hersteller produzierten 2007 Solarzellen mit einer Leistung von knapp 800 Megawatt – das ist weltweit Platz zwei. Inzwischen sind hierzulande Fotovoltaik Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 3,8 Gigawatt installiert. Die weiteren Wachstumsaussichten sind blendend: Experten erwarten bis 2020 ein weltweites Wachstum von jährlich 20 Prozent.

Das ZSW gehört zu den renommiertesten deutschen Forschungsinstituten auf den Gebieten Energiesystemanalyse, Fotovoltaik Energieeffizienz, regenerative Kraftstoffe, Batterietechnik und Brennstoffzellen. Es erwirtschaftete 2007 mit rund 130 Beschäftigten einen Umsatz von 18 Millionen Euro.

Quelle: Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW)
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