Artikel vom 05.12.2007, Druckdatum 28.06.2022

„Atomausstieg-selber-machen“ ruft zum „qualitativen Stromwechsel“ auf

Das Aktionsbündnis „Atomausstieg-selber-machen“ hat die Aufforderung der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und Umweltminister Sigmar Gabriel an die privaten Stromverbraucher begrüßt, die Strompreise zu vergleichen und gegebenenfalls den vier Stromversorgern E.on, RWE, Vattenfall und EnBW den Rücken zu kehren. Allerdings sei es zu kurz gesprungen, nur von einem teuren zu einem billigen Atom- und Kohlestromanbieter zu wechseln: „Wer nicht nur Geld sparen, sondern auch die Energiewende beschleunigen will, muss jetzt Nägel mit Köpfen machen: Vollziehen Sie den qualitativen Wechsel, weg von den Atom- und Kohlekonzernen hin zu Ökostromanbietern.“

Aus Sicht des Aktionsbündnisses reiche es für die Beschleunigung der Energiewende nicht aus, nur an den Sparwillen der Stromverbraucher/innen zu appellieren und die Stromwechselbewegung auf sie zu beschränken. Mindestens ebenso wichtig sei es auch, dass Städte, Kommunen sowie Gewerbebetriebe und Unternehmen „qualitativ wechseln“ und Ökostromversorger zu ihren Lieferanten machen. Jede Bürgerin und jeder Bürger könne in fünf Minuten seinen privaten Ausstieg aus der Atom-Risikotechnologie und der Kohleenergie vollziehen und somit seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten, so das Aktionsbündnis in einer Pressemitteilung.

Über eine halbe Million Haushalte haben es schon vorgemacht: Sie sind zu einem Ökostromanbieter gewechselt und können den Weihnachtsbaum atom- und kohlestromfrei aufleuchten lassen. Sie haben damit die Konsequenz aus Störfällen in Atomkraftwerken, Klimadiskussion und Strompreiserhöhungen gezogen. Darauf weist Michael Meyer von der Initiative Atomausstieg-selber-machen hin und fordert darüber hinaus alle Bürgerinnen und Bürger auf, jetzt über den massenhaften Wechsel zu Ökostromanbietern unmittelbar Einfluss auf die Geschäftspolitik der Stromkonzerne zu nehmen.

Der Boom beim Ökostrom hält seit diesem Sommer unvermindert an. Alle vier von dem Aktionsbündnis empfohlenen Ökostromanbieter verzeichnen in jüngster Zeit Rekordzuwächse bei der Kundenentwicklung.

Das Aktionsbündnis „Atomausstieg-selber-machen“ hat sich im Herbst 2006 zusammengeschlossen, nachdem die Atomkonzerne E.on, RWE, Vattenfall und EnBW die von ihnen oder ihren Vorgängerunternehmen selbst unterzeichnete Vereinbarung über den Atomausstieg faktisch aufgekündigt hatten und begannen, für den Weiterbetrieb ausgerechnet der ältesten und gefährlichsten Atomkraftwerke in Deutschland zu kämpfen.

Teilnehmer und Unterstützer im Aktionsbündnis „Atomausstieg selber machen“: Deutscher Naturschutzring e.V. (DNR), Deutsche Umwelthilfe e.V., Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Greenpeace Deutschland e.V., Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/ Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW), ROBIN WOOD e.V., NaturFreunde Deutschlands e.V., Bund der Energieverbraucher e.V., Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU), Forum Umwelt und Entwicklung, GRÜNE LIGA e.V., Jugendbündnis Zukunftsenergie, Mütter gegen Atomkraft e.V., Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU), urgewald, WWF Deutschland, X-tausendmal quer, genanet

Mehr Informationen zum Stromwechsel innerhalb von fünf Minuten finden Sie im Internet unter www.atomausstieg-selber-machen.de und unter der kostenfreien Ökostrom Hotline: 0800 762 68 52 (werktags 9:00 - 17:00)

Quelle: Atomausstieg-selber-machen
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