Artikel vom 17.10.2007, Druckdatum 23.01.2022

Die „drei Musketiere“ der österreichischen Fotovoltaik-Branche

Auch die österreichische Fotovoltaik Industrie ist mittlerweile weltweit vertreten. Zu den „drei Musketieren“ gehören nach Angaben des österreichischen Fotovoltaik Verbands Photovoltaic Austria einer der weltgrößten Wechselrichterhersteller, die Fronius International GmbH, die Isovolta AG, die rückseitige Einkapselungsfolien für Fotovoltaik Module produziert, sowie einer der weltweit größten Produzenten von nachgeführten Solarstromkraftwerken, die SOLON HILBER Technologie GmbH.

Photovoltaic Austria-Geschäftsführer Gerhard Fallent: „Wir freuen uns darüber sehr, denn diese Betriebe bewegen die Welt.“ Gleichzeitig fragt er aber nach: „Bewegen sie aber auch Österreich?“ Denn es sei insbesondere die österreichische Industriellenvereinigung, die gegen den verstärkten Ausbau von Ökostrom in Österreich zu Felde ziehe. Sie hätte sich der Argumentation von E-Control Chef Boltz angeschlossen, der in diesem Zusammenhang von „Wohlstandsentzug“ und der „Vernichtung von Arbeitsplätzen“ spräche.

Doch die drei heimischen Unternehmen, die allesamt Mitglieder des österreichischen Fotovoltaik Verbands sind, beweisen nach Ansicht Fallents das Gegenteil. Die Fronius International GmbH gehöre zu den weltgrößten Wechselrichterherstellern. Auf ihrem neuen Werk in Sattledt befindet sich die derzeit größte Fotovoltaik Anlage Österreichs.

Isovolta produziere die rückseitige Einkapselungsfolie für Fotovoltaik Module und sei mit beinahe 50 Prozent Marktanteil - das sind Folien für 1400 MW Anlagenleistung - Weltmarktführer. Das im November 2005 eröffnete Werk in Graz-Lebring reiche nicht mehr aus, um die Bestellungen für die nächsten Jahre aufgrund eines anhaltenden Wachstums von jährlich mehr als 40 Prozent zu decken, so PV Austria. Massive Investitionen in eine Ausweitung der Produktion als klares Commitment von Isovolta zum Wachstum der Solarindustrie seien die Folge.

Die SOLON HILBER Technologie GmbH in Steinach am Brenner ist der weltweit größte Produzent von nachgeführten Solarstromkraftwerken. Das Unternehmen hat zurzeit 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in 2 bis 3 Schichten Solarstromkraftwerke industriell fertigen. Die bereits installierten Solon-Mover reduzieren pro Jahr die CO2 Emissionen um 50.000 Tonnen. Solon Hilber rangiere auf Platz 16 unter den Top 25 Industriebetrieben in Tirol und Südtirol.

„Leider beträgt die Exportquote bei diesen drei Musketieren bis zu 100 Prozent“, gibt Fallent zu bedenken. Eine rasche und ambitionierte Verbesserung der österreichischen Rahmenbedingungen zum Aufbau eines gesunden Heimmarktes sei erforderlich, um auch in Zukunft Exportmärkte optimal bedienen zu können, damit sich weitere „Musketiere“ für Österreich entscheiden und bestehende Standorte erhalten bleiben. Fallent abschließend: „Exporterfolg braucht einen gesunden Heimmarkt“.

Quelle: Photovoltaic Austria (www.pvaustria.at)
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