Artikel vom 17.02.2006, Druckdatum 25.01.2022

Sonnenstrom für alle

„Im Übrigen brauche ich keine eigene Fotovoltaikanlage auf dem Dach, um dennoch vom Sonnenstrom zu profitieren!“ So der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Fritz Kuhn, auf einer Veranstaltung der Südwest Presse Ulm am Mittwochabend. Der Politiker nutzt damit eine interessante Möglichkeit, erneuerbare Energien zu fördern. Denn auch Nicht-Hausbesitzer und -besitzerinnen und alle diejenigen, die ihr Geld sinnvoll und ertragreich anlegen wollen, können von der Fotovoltaik profitieren. Mit der Initiative Bürgersolardach ...

... hat der Bund Naturschutz in Bayern ein Konzept vorgelegt, das Interessierten einen konkreten Leitfaden für die Initiierung eines so genannten Bürgersolardachs an die Hand gibt. Musterverträge, Vorschläge für Ausschreibung und Werbung, Rechenprogramme, wichtige Informationen und Tipps helfen, auch ohne eigenes Dach Sonnenstrom zu erzeugen. In Bayern gibt es laut Bund der Energieverbraucher, der die Kampagne bundesweit unterstützt, bereits 100 solcher Bürgerkraftwerke.

Wer kein eigenes Dach oder – wie Fritz Kuhn – eine nicht-fällbare große Eiche vor dem eigenen Haus hat, kann sich mit anderen in einer Interessengruppe zusammenschließen und ein Bürgersolardach finanzieren und betreiben. Schulen, Rathäuser, Sporthallen mit einem unverschatteten Süd- oder Flachdach sind geradezu prädestiniert dafür und die öffentliche Kasse vielleicht dankbar für einen entsprechenden Vorschlag. Ein ganzes Dorf zum Beispiel könnte sich zusammentun, um „sein“ Bürgersolardach auf dem Rathaus zu initiieren. Selbstverständlich ist angesichts der derzeit bekannt werdenden Statik-Probleme mancher Gebäude vorab abzuklären, ob das Projekt – in jeder Hinsicht – „tragfähig“ ist.

Aber genau dazu und noch vielen weiteren Fragen und notwendigen Klärungen gibt der Leitfaden ganz konkret Hilfestellung. Auch für die Finanzierung schlägt der Bund Naturschutz in Bayern drei verschiedene Modelle vor, die je nach Interessenlage ausgewählt werden können. Unterschiede gibt es hierbei zum Beispiel durch die Größe der Interessengruppe oder auch durch Unterteilung der Anlage in kleine Beteiligungsfelder. „Die wichtigste Hürde stellt sich aber in der Praxis“, so die Initiatoren. „Es muss einzelne Solarfreunde geben, die so ein Projekt anpacken“.

Wer also auch seinen Teil dazu beitragen will, dass die erneuerbaren Energien tatsächlich in absehbarer Zeit in der Lage sind, fossile Energieträger und Atomstrom zu ersetzen, könnte dies durch die Initiative zu solch einem Projekt tun. Finanzielle Unterstützung gibt es durch staatliche Fördermittel und das Erneuerbare-Energien-Gesetz, Beratung durch den Bund Naturschutz in Bayern. Und eine ordentliche Rendite kann auch noch dabei herausschauen.

Quelle und weitere Informationen: www.bund-naturschutz.de/fakten/energie/solar/index.html und www.energieverbraucher.de

Autorin: Petra Forberger für www.solarportal24.de

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