Artikel vom 11.09.2007, Druckdatum 12.08.2022

Weltgrößter Solarkongress in Mailand: Zufriedene Hersteller, Dünnschicht-Technik gefragt

Gute Stimmung herrscht derzeit unter den großen Herstellern von Solarmodulen, -zellen und -wafern. Anlässlich der 22. European Photovoltaic Solar Energy Conference and Exhibition (EU PVSEC) in der letzten Woche waren über 3.000 Experten aus 75 Ländern nach Mailand gereist, um sich über die neuesten technischen Entwicklungen im Bereich kristalliner und Dünnfilm-Technik auszutauschen. Wie schon im Vorjahr zeigten insbesondere chinesische Firmen Flagge auf der Suche nach Kooperations- und Vertriebspartnern auf dem europäischen Markt.

Deutschland, Spanien und Italien sind nach Angabe von Herstellern derzeit die drei wichtigsten europäischen Solarmärkte. Insbesondere in Deutschland habe die Nachfrage, nach der vorübergehenden Zurückhaltung in 2006, wieder deutlich angezogen. Schon für das laufende Jahr 2007 erwarten Branchenkenner ein Marktvolumen von bis zu 1,5 Gigawatt, meldet der EuPD Europressedienst. 

Italien werde nach den 9,4 Megawatt installierter Leistung in 2006 in diesem Jahr wohl auf insgesamt mehr als 100 Megawatt installierter Leistung kommen, schätzt Gerd Gremes, Präsident des italienischen Fotovoltaikverbands Gifi. Besonders umworben waren italienische Distributoren wie Enerpoint, Gechelin und Tecno Spot, da derzeit viele Hersteller auf der Suche nach geeigneten Partnern in Italien sind. 

Q-Cells als größter konzernunabhängiger Solarzellenproduzent präsentierte gleich fünf Partnerunternehmen für den italienischen Markt. Den Modulherstellern Brandoni Solare S.p.A., Enerqos, Renergies Italia S.p.A, Vipiemme Solar S.r.L. sowie dem Hersteller von Solardachziegeln TechTile liefert Q-Cells in den nächsten fünf Jahren 130 Megawatt Zellen. Optional kann der Vertrag noch einmal um 200 Megawatt erhöht werden, erklärte Matthias Altieri, verantwortlich für den italienischen Markt bei Q-Cells, gegenüber dem EuPD Europressedienst.

Auch in Spanien wird 2007 ein besonders starkes Wachstum erwartet. Branchenkenner gehen alleine in diesem Jahr von 150 bis 200 Megawatt neu installierter Leistung aus. Dann, so warnen Kenner, könnte es jedoch kritisch werden. Zwar hat die Regierung einen Deckel erst bei 371 MW angesetzt, aber schon beim Erreichen von 85 Prozent dieser Kapazitäten soll die Marktentwicklung gebremst werden.

Intensiv diskutiert wurden in Mailand die verschiedenen Projekte sowie der Stand der Forschung im Bereich Dünnschicht. Gerade hier erwartet man viele kostengünstigere Produktionsverfahren und eine stärkere Unabhängigkeit vom knappen Rohstoff Silizium. Über 100 Hersteller sind derzeit in den verschiedenen Dünnschichttechniken weltweit aktiv. Deutlich zugenommen hat auch die Zahl der Siliziumhersteller, die nach Aussage von Experten inzwischen dreistellig ist, nachdem der Markt jahrelang nur von einer Handvoll Unternehmen beherrscht wurde.

Auf der parallel stattfindenden European Photovoltaic Solar Energy Conference (EUPVSEC) präsentierten zeitgleich 520 Aussteller auf über 30.000 Quadratmetern ihre aktuellen Produkte. 

Quelle: EuPD Europressedienst

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