Artikel vom 10.05.2007, Druckdatum 21.11.2019

WWF: Keine Zeit mehr abzuwarten

„Die Zeit der Lippenbekenntnisse ist vorüber. Wir haben die Technologie, den Klimawandel zu bekämpfen, und wir haben das Geld, die Maßnahmen zu bezahlen – aber wir haben keine Zeit mehr abzuwarten und zuzuschauen. Jetzt müssen wir handeln“, fordert Regine Günther vom WWF Deutschland anlässlich der Veröffentlichung des dritten Teils des Weltklima-Berichts. Der IPCC-Report zeige, dass wir die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch verhindern können, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen spätestens ab 2015 weltweit zurückgeht.

Das IPCC habe einen klaren Weg zum Schutz des Planeten aufgezeigt. Jetzt läge es an den Regierungen, diesen Weg zu beschreiten und den Klimaschutz energisch voranzutreiben. Bis zur Mitte des Jahrhunderts müssen die CO2 Emissionen weltweit um mindestens 50 Prozent reduziert werden, heißt es in einer Zusammenfassung des Gremiums, die sich an die Entscheidungsträger in den Regierungen wendet. Für die Industriestaaten bedeutet dies eine Reduktion um rund 85 Prozent.

Die Wissenschaftler rechnen in ihrem Bericht vor, dass die Bekämpfung des Klimawandels pro Jahr etwa 0,1 Prozent des weltweiten Bruttosozialproduktes kosten würde. „Nichtstun würde Millionen Menschen ihre Existenzgrundlage entziehen und eine Reparatur der Schäden, wird laut Wissenschaftlern 20-mal so teuer wie sofortiges Handeln“, so Regine Günther vom WWF.

Das IPCC geht davon aus, dass sich die Welt schon jetzt auf einen Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um 1,3 Grad Celsius einstellen muss. „Noch steht ein kurzes Zeitfenster offen, um die Erwärmung unter dem gefährlichen Grenzwert von 2 Grad zu halten – doch die Zeit wird knapp“, so Regine Günther. Besondere Verantwortung komme auf die wichtigsten Industriestaaten zu. Vor diesem Hintergrund könne der bevorstehende G8 Gipfel in Deutschland zur Nagelprobe werden.

Quelle: WWF Deutschland
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