Artikel vom 25.04.2007, Druckdatum 26.06.2022

Verhaltene Markterwartungen auf „Solarexpo“ in Verona

Mit 39.000 Besuchern und 570 Ausstellern verzeichnete die 8. „Solarexpo“ und die neu integrierte Messe für energieeffiziente Architektur „Greenbuilding“, die vom 19. bis zum 21. April in Verona tagten, einen neuen Besucherrekord. Aufgrund des Ausstellerandrangs mussten die Veranstalter, die schon den Umzug der Messe von Piacenza nach Verona veranlasst hatten, zusätzlich eine Halle auf dem Messegelände anmieten. Der größte Anteil der Aussteller kam aus Italien, gefolgt von deutschen Ausstellern. Neben Solarfirmen waren unter den deutschen Firmen auch viele Aussteller aus dem Bereich Sanitär Heizung und Klima vertreten, wie Buderus, Junkers und Vaillant.

Dass Fotovoltaik auf dem italienischen Energiemarkt eine immer bedeutendere Rolle spielt, betonte Fabio Boselli, Service Direktor Italien von Vaillant, nach dessen Angaben das Unternehmen aufgrund der hohen Nachfrage in das italienischen Fotovoltaik Geschäft eingestiegen sei. So haben die meisten deutschen Fotovoltaik Firmen mittlerweile Niederlassungen vor Ort. Viele Marktteilnehmer gehen davon aus, dass das neue Einspeisegesetz „Conto Energia“ den Startschuss für einen Wachstumsschub markiert. So rechnen einige Firmen noch in diesem Jahr mit einem Wachstum bis zu 100 MW und künftigen Jahreswachstumsraten von 200 MW.

Doch obwohl die größten Hindernisse für das Marktwachstum – vor allem nach der Beseitigung letzter rechtlicher Unsicherheiten bezüglich der Elektrizitäts- und Gasbehörde (AEEG) – durch das neue Conto Energia aus dem Weg geräumt wurden, zeigt sich der Großteil der Marktteilnehmer vorsichtig: Die hohen Erwartungen vieler Unternehmen an die Marktentwicklung konnten bisher nicht erfüllt werden. „Das neue Conto Energia ist eine Verbesserung gegenüber dem bisherigen Gesetz, aber noch verbesserungswürdig.“, so Hartmut Kuehn, Manager International Relations der IBC Solar AG. Das Unternehmen rechnet dennoch mit einer positiven Marktentwicklung und plant, bis spätestens zum Jahr 2008 eine Tochtergesellschaft in Italien zu gründen.

Viele Firmen auf der Messe gaben an, ihre Kapazitäten auf dem italienischen Markt ausbauen zu wollen. Insgesamt zeigte sich bei den Messebesuchern ein positives, wenn auch noch verhaltenes Bild. Es herrsche eine hohe Nachfrage, dennoch sei die Anzahl der Geschäftsabschlüsse gering, fasste Andrea Galimberti, Regional Sales Manager von Suntechnics, die Messe zusammen.

Trotz der Vereinfachungen bei der Bürokratie wurden die Tarife der neuen Einspeiseregelung von den Messebesuchern vielfach als zu niedrig bezeichnet. Gert Gremes, Vorsitzender des italienischen Fotovoltaikverbandes Gifi zeigte sich gegenüber dem Europressedienst jedoch zuversichtlich. Die Tarife seien ausreichend und würden sich für die Kleinanlagen im Norden und die Großanlagen im Süden rechnen. Probleme könnte es jedoch von Seiten der Netzbetreiber geben, die Gremes Angaben zufolge Widerspruch gegen die Höhe der Strafgebühren bei einem nicht erfolgten Netzanschluss einlegen möchten. Nach den Neu-Reglungen für die Elektrizitäts- und Gasbehörde (AEEG) sind sie zu einer Strafzahlung verpflichtet, wenn ein Netzanschluss nicht zum geplanten Datum verfügbar ist. 

Quelle: Europressedienst (EuPD), Bonn

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